Das klingt nach einer dieser reißerischen Schlagzeilen, die eine Revolution im Haushalt versprechen! Tatsächlich ist das vermeintliche Geheimnis hinter diesem „Geheimnis“ ein Prozess namens Desulfatierung. Dieser kann die Lebensdauer bestimmter Batterietypen (insbesondere von Blei-Säure-Batterien in Autos) verlängern, wenn sie kurz vor dem Aus stehen.
Hier erfahren Sie, worum es bei diesem „streng gehüteten Geheimnis“ wirklich geht – ganz ohne Marketing-Hype:
Was ist das „Geheimnis“? Die meisten Menschen sprechen davon, Blei-Säure-Batterien mit Chemikalien oder speziellen Ladegeräten zu regenerieren. Mit zunehmendem Alter der Batterie bilden sich Bleisulfatkristalle auf den Platten (Sulfatierung), was ihre Kapazität verringert.
Versuche, die Batterie zu „retten“:
Bittersalz (Magnesiumsulfat): Ein alter Trick, bei dem eine Lösung aus warmem Wasser und Bittersalz in die Batteriezellen gegeben wird. Dies kann helfen, Sulfatablagerungen zu lösen und die Batterie chemisch etwas zu reaktivieren.
Impulsladegeräte (Desulfatoren): Elektronische Geräte, die Hochfrequenzimpulse aussenden, um Schwefelkristalle auf den Platten aufzubrechen.
Elektrolytwechsel: Alte Säure ausgießen, mit destilliertem Wasser spülen und neuen Elektrolyt einfüllen.
Ist das wirklich ein Wunder?
Hier müssen wir realistisch sein (wie unser ehrlicher Freund):
Wenn es funktioniert: Wenn die Batterie einfach nur „müde“ ist oder lange Zeit unbenutzt war und sulfatiert ist. Dann können diese Methoden 50–70 % ihrer ursprünglichen Kapazität wiederherstellen.
Wenn es nicht funktioniert: Wenn die Batterie mechanisch beschädigt ist (Kurzschluss, aktives Material von den Platten abgefallen). In einem solchen Fall hilft selbst Weihwasser, geschweige denn Salz, nichts.
Sicherheit: Arbeiten mit Säure in Batterien ist gefährlich. Es besteht Verbrennungs- oder Explosionsgefahr beim Laden.
Wie sieht es mit modernen Akkus (Li-Ion in Handys und Laptops) aus? Hier gibt es kein „Wasser-oder-Salz-Geheimnis“. Sobald eine Lithiumbatterie ihre maximale Anzahl an Ladezyklen erreicht hat, ist ihre chemische Kapazität erschöpft. Man kann sie nur noch richtig lagern (nicht vollständig entladen lassen).
Fazit: Der „Trick“ von Großmüttern und Heimwerkern funktioniert hauptsächlich bei Autobatterien und erfordert Fachwissen und Vorsicht. Es ist definitiv nicht so einfach, wie es in der Werbung für „Batterie-Reparaturkurse“ dargestellt wird.
Warnung: Versuchen Sie niemals, versiegelte (wartungsfreie) VRLA/AGM-Batterien zu öffnen, es sei denn, Sie wissen genau, was Sie tun.
Möchten Sie lieber Tipps zur richtigen Pflege Ihrer Autobatterie im Winter, damit sie ohne diese riskanten Experimente einige Jahre länger hält?