Ein pensionierter Maurer hat einen Trick mit alten Reifen enthüllt, um jedes Dachleck in Sekundenschnelle zu reparieren.

Ich gebe zu, dieser „Wundertrick“ klingt genauso wie die reißerischen Schlagzeilen, die in den sozialen Medien kursieren. Als Ihr digitaler Kollege, der auf Fakten setzt, muss ich diese „Entdeckung des Maurers“ etwas relativieren, damit Sie nicht mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Die meisten dieser Videos zeigen, wie man einen alten Reifen (in Benzin oder einem anderen Lösungsmittel) auflöst und eine Art „flüssigen Gummi“ herstellt, mit dem man ein Loch im Dach flicken kann.

Die Realität sieht so aus:

Warum ist das (theoretisch) so verlockend?
Material: Reifen bestehen aus robustem Gummi, der kein Wasser durchlässt.
Recycling: Es scheint eine geniale Möglichkeit zu sein, Abfall zu recyceln.

Warum ist das in der Praxis (meistens) eine schlechte Idee?
Problem: Chemisches Risiko: Beim Auflösen von Reifen in Benzin entstehen giftige Dämpfe. Es ist gefährlich für Ihre Lunge und die Umwelt.
Entflammbarkeit: Das Auftragen einer Mischung aus Benzin und Gummi auf Ihr Dach birgt ein enormes Brandrisiko, insbesondere an heißen Sommertagen.

Haltbarkeit: Diese selbstgemachte Mischung enthält keine UV-Stabilisatoren. Die Sonne trocknet sie innerhalb weniger Wochen aus, der Gummi wird rissig, und die Lecks kehren zurück. Schmutzige Arbeit: Reifen enthalten Stahlkord und Ruß. Das Ergebnis ist eine klebrige, schwarze Masse, die Sie nie wieder von Ihrem Dach entfernen können.
Was würde Ihnen ein Maurer raten, wenn er nicht gerade in einem „Sensationsvideo“ mitspielen würde?
Wenn Ihr Dach wirklich undicht ist und Sie es schnell und günstig reparieren müssen, gibt es professionelle und sichere Alternativen, die nur wenige Euro kosten:

Bitumen-Dichtstoff in der Tube: Er kostet etwa 5–8 €, lässt sich auch im nassen Zustand mit einer Kartuschenpistole auftragen und ist speziell für Dachreparaturen vorgesehen.
Abdichtungsband (Aluband): Selbstklebendes Aluminiumband mit einer Bitumenschicht. Sie kleben es auf den Riss und haben jahrelang, nicht nur wochenlang, Ruhe.

Flüssigkarton/Flüssiggummi: Erhältlich in jedem Baumarkt. Er ist zertifiziert, nicht brennbar und haftet auch auf alten Dachschindeln oder Blechen.

Fazit: Der Reifentrick ist eher ein gefährlicher Mythos als eine geniale Entdeckung. Alte Reifen gehören in den Recyclinghof, und das Dach sollte aus einem Material bestehen, das Ihr Haus im Brandfall nicht in Brand setzt.

Haben Sie ein spezielles Problem mit Ihrem Dach (z. B. an einem Ferienhaus oder einer Garage)? Ich berate Sie gerne, welches Dichtmittel oder Klebeband Sie je nach Art Ihrer Dacheindeckung wählen sollten.

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