Drahtwürmer – die Larven des Kartoffelkäfers – gehören zu den lästigsten Schädlingen im Kartoffelanbau. Diese harten, gelb-orangenen „Drähte“ bohren sich durch die Knollen und machen sie nicht nur ungenießbar, sondern begünstigen auch Schimmel und Fäulnis. Da sie unterirdisch leben, ist ihre Bekämpfung ein langwieriger Kampf.
Wenn Sie Ihre Herbsternte nicht in eine nutzlose Mulchkiste verwandeln wollen, setzen Sie auf diese 4 bewährten und wirksamen Methoden.
- Agrotechnische Methode: Kalkung und intensive Bodenbearbeitung
Drahtwürmer lieben saure, schwere und verdichtete Böden, wie sie häufig auf ehemaligen Grasflächen vorkommen.
pH-Wert-Anpassung: Bei saurem Boden geben Sie im Herbst Dolomitkalk in Ihre Beete. Durch die Erhöhung des pH-Werts schaffen Sie ein ungünstiges Umfeld für Drahtwürmer. 1. Regelmäßiges Auflockern: Durch regelmäßiges Umgraben und Jäten der Blumenbeete (besonders im Frühling und Herbst) gelangen die Larven und Eier an die Oberfläche. Dort werden sie sofort von Vögeln aufgenommen oder durch Sonne und Frost zerstört.
- Biologische Bekämpfung: Einsatz von Nematoden
Wer eine ökologische und gleichzeitig hochwirksame Methode ohne Chemikalien sucht, setzt auf die natürlichen Feinde der Drahtwürmer.
Parasitäre Nematoden: Nützliche Nematoden sind im Handel erhältlich (z. B. der Gattungen Heterorhabditis oder Steinernema).
Wirkungsweise: Die Nematoden werden mit dem Gießwasser in den feuchten Boden eingearbeitet. Sie suchen die Drahtwurm-Larven auf, dringen in sie ein und infizieren sie mit Bakterien, die die Larven innerhalb weniger Tage abtöten. Sie sind völlig unschädlich für Menschen, Haustiere und Pflanzen.
- Gezielte Gründüngung (Senf und Buchweizen)
Die richtige Wahl der Pflanzen, die Sie vor oder nach Kartoffeln in Ihrem Garten anbauen, kann Drahtwürmer buchstäblich aushungern oder vertreiben.
Weißer Senf: Drahtwurm-Larven vertragen keine Substanzen (Glucosinolate), die Senfwurzeln in den Boden abgeben. Wenn Sie Senf im Herbst aussäen und im Frühjahr in den Boden einarbeiten, werden die Drahtwürmer sich einen anderen Standort suchen.
Buchweizen: Buchweizen ist für Drahtwürmer unverdaulich. Ein zweijähriger Anbauzyklus von Buchweizen auf einem befallenen Beet kann die Schädlingspopulation auf ein Minimum reduzieren.
- Selbstgemachte Fallen: Kartoffelköder
Diese Methode erfordert etwas Arbeit, eignet sich aber hervorragend für kleinere Gärten und Hochbeete, wo Sie keine Präparate verwenden möchten.
So bauen Sie eine Falle: Halbieren Sie eine größere, gesunde Kartoffel (oder Karotte). Stecken Sie in jede Hälfte einen Holzspieß als Griff und Markierung.
Anwendung: Vergraben Sie die Kartoffelhälften etwa 5–10 cm tief in der Erde (mit der Schnittfläche nach unten) an den Stellen, an denen Sie Kartoffeln pflanzen möchten oder bereits gepflanzt haben.
Sammeln: Ziehen Sie die Falle alle 2 bis 3 Tage am Spieß heraus, sammeln Sie die in den Köder eingegrabenen Larven ein (und entsorgen Sie diese) und vergraben Sie die Falle wieder.
Letzter Tipp: Drahtwürmer leben 3 bis 5 Jahre im Boden, bevor sie sich zu Käfern entwickeln. Der Erfolg hängt daher von der Kombination und Wiederholung dieser Methoden ab. Lassen Sie den Boden niemals mit Ackerdistel überwuchern – ihre Wurzeln sind die Lieblingsspeise der Drahtwürmer und locken sie zuverlässig in Ihren Garten.
Sind Drahtwürmer zum ersten Mal nach dem Umgraben eines alten Rasens aufgetaucht oder kämpfen Sie schon länger gegen sie in Ihrem Garten?