Blütenendfäule (Schwarzfärbung der Tomatenbasis) ist der Albtraum jedes Gärtners. Man kommt voller Vorfreude auf schöne Früchte ins Beet und findet stattdessen trockene, eingesunkene, dunkelbraune bis schwarze Flecken an den Spitzen.
Die gute Nachricht: Es handelt sich nicht um eine ansteckende Krankheit, die sich wie Schimmel von Pflanze zu Pflanze ausbreitet. Es ist eine physiologische Störung, die durch Kalziummangel in der Frucht verursacht wird.
Hier finden Sie eine vollständige Anleitung, wie Sie die Blütenendfäule richtig bekämpfen und Ihre Ernte retten können.
Warum tritt sie auf? (Mythos vs. Realität)
Viele denken: „Meine Tomaten werden schwarz, dem Boden fehlt Kalzium, ich muss welches hinzufügen.“ Doch in den meisten Fällen ist genügend Kalzium im Boden vorhanden. Das Problem ist, dass die Pflanze es nicht in die Frucht transportieren kann.
Kalzium wird durch Transpiration (Verdunstung von Wasser über die Blätter) zusammen mit Wasser in der Pflanze transportiert. Wird dieser Wassertransport unterbrochen, erreicht das Kalzium zwar die Blätter, aber nicht die Spitze der Frucht. Die Zellwände am Ende der Tomate kollabieren, und es entsteht Schwarzfäule.
Hauptursachen:
Unregelmäßige Bewässerung: Wechselnde Bedingungen zwischen extremer Trockenheit und Überwässerung.
Hohe Temperaturen und trockene Luft: Die Pflanze schließt ihre Spaltöffnungen, um Wasserverlust zu verhindern, wodurch der Kalziumtransport gestoppt wird.
Überdüngung mit Stickstoff oder Kalium: Zu viel Stickstoff führt zu üppigem Blattwachstum, wodurch das gesamte Kalzium verbraucht wird. Zu viel Kalium oder Magnesium blockiert wiederum die Kalziumaufnahme durch die Wurzeln.
Beschädigte Wurzeln: Zu tiefes Graben in der Nähe des Stängels.
Wie bekämpft man Fäulnis richtig?
Wenn die Früchte bereits Flecken aufweisen, können diese Früchte nicht mehr gerettet werden (sie können entfernt werden, damit sie die Pflanze nicht schwächen). Es muss jedoch sofort gehandelt werden, um den Rest der Ernte zu schützen.
- Erste Hilfe: Blattdüngung (Sofortmaßnahmen)
Da Kalzium langsam über die Wurzeln aufgenommen wird, muss es direkt dorthin gebracht werden, wo es fehlt.
Kaufen Sie einen flüssigen Kalziumdünger (z. B. Wuxal Calcium, Formit oder eine organische Variante).
Besprühen Sie die Blätter und jungen Früchte damit.
Wichtig: Sprühen Sie früh morgens oder abends, niemals in der prallen Sonne, da die Blätter sonst verbrennen. Wiederholen Sie die Anwendung alle 7–10 Tage, bis das Problem behoben ist.
- Regelmäßiges und durchdringendes Gießen (Grundlage für den Erfolg)
Tomaten brauchen Stabilität. Gießen Sie sie seltener, aber gründlich (direkt an die Wurzeln), damit der Boden das Wasser gut aufnehmen kann, anstatt die Oberfläche täglich nur leicht zu besprühen. Der Boden sollte nie so weit austrocknen, dass die Pflanze die Blätter hängen lässt. - Mulchen (Feuchtigkeit speichern)
Verteilen Sie eine Mulchschicht (Grasschnitt, Stroh oder Holzschnitzel) um die Tomatenstängel. Mulch hilft, die Bodenfeuchtigkeit konstant zu halten und die Wurzeln vor Überhitzung und plötzlichen Temperaturwechseln zu schützen. - Stickstoffmangel vermeiden
Sobald die Tomaten Früchte tragen, sollten Sie stickstoffreiche Düngemittel (wie unverdünnten, fermentierten Hühnermist oder „Hühnermist“) reduzieren. Verwenden Sie stattdessen einen ausgewogenen Dünger, idealerweise einen speziell für Tomaten und Paprika (die ebenfalls empfindlich auf Stickstoffmangel reagieren). - Beschattung im Gewächshaus
Wenn Sie Tomaten im Gewächshaus anbauen, ist eine gute Belüftung in der Sommerhitze unerlässlich. Bei Temperaturen über 32 °C gerät die Pflanze unter Stress und kann kein Kalzium mehr aufnehmen. Sie können das Gewächshaus im Sommer auch mit einem speziellen Netz oder Kalk beschatten.
Vorbeugung für das nächste Jahr
Kalkung im Herbst: Bei nachweislich saurem Boden sollten Sie im Herbst Dolomitkalk ausbringen. Sie können eine Handvoll gemahlene Eierschalen (sie wirken langsam, aber lang anhaltend) oder etwas Gartenkalk in das Pflanzloch geben.
Sortenwahl: Längliche, fleischige Tomaten (z. B. San Marzano oder „Stierherz“) sind anfälliger für Blütenendfäule als klassische runde oder kleine Kirschtomaten. Wenn Sie jedes Jahr mit diesem Problem zu kämpfen haben, versuchen Sie, die Sorte zu wechseln. Haben Sie dieses Jahr Probleme mit Fäulnis bei einer bestimmten Sorte, oder ist sie aufgrund der Hitzewelle zum ersten Mal aufgetreten?