Der „Blaue Drache“ (Glaucus atlanticus) ist eine nur 3–4 Zentimeter lange Meeresschnecke mit einem wunderschönen blau-silbernen Muster. Trotz ihrer geringen Größe führt sie aufgrund ihres extrem gefährlichen Nesselgifts regelmäßig zur Schließung von Stränden.
Ihre Beute: Die tödliche Portugiesische Galeere
Giftige Ernährung: Der Blaue Drache ernährt sich hauptsächlich von einem der gefährlichsten Meerestiere der Welt, der Portugiesischen Galeere (Physalia physalis), und anderen giftigen Brennnesseln.
Giftspeicherung: Während der Nahrungsaufnahme ist er völlig immun gegen das Gift seiner Beute. Er speichert die Nesselzellen der Portugiesischen Galeere, ohne sie abzubauen, und lagert sie in seinem Körper (in seinen Extremitäten) ab.
Verstärkte Waffe: Da das Gift des Blauen Drachen konzentriert ist, ist sein Stich oder Biss oft intensiver und schmerzhafter als der einer Portugiesischen Galeere.
Warum werden Strände gesperrt?
Gefahr durch Treibgut: Die Wassertiere schwimmen nicht, sondern treiben auf dem Rücken an der Wasseroberfläche. Starke Winde und Strömungen spülen sie oft in großer Zahl an Land (z. B. in Australien, auf den Kanarischen Inseln oder im Mittelmeer). Gefährliche Attraktion: Ihr spektakuläres, fast futuristisches Aussehen verleitet ahnungslose Badegäste und Kinder dazu, sie anzufassen. Schwere Symptome: Ein Biss verursacht sofortige, unerträgliche brennende Schmerzen, Hautnekrosen, Übelkeit, Erbrechen und in extremen Fällen einen allergischen Schock.
Was tun bei einer Begegnung?
Niemals berühren: Selbst die Nesselzellen von angespülten Exemplaren, die trocken oder tot erscheinen, bleiben wochenlang aktiv und giftig.
Im Falle eines Stiches: Waschen Sie die verletzte Stelle nur mit Salzwasser (Meerwasser) ab – Süßwasser oder Reiben führt dazu, dass die verbleibenden Nesselzellen sofort platzen und noch mehr Gift in die Haut freisetzen – und suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf.