Die wahrscheinlichste Antwort: ein früher elektrischer Haarglätter oder ein „Wundergerät“ für die Elektrotherapie!
In den 1910er-Jahren war die Firma Siemens & Halske führend in der Elektrifizierung von Wohnhäusern. Doch aus heutiger Sicht sehen die Geräte jener Zeit eher wie industrielle Messgeräte oder mittelalterliche Folterinstrumente als wie Haushaltsgeräte aus.
Hier sind die bekanntesten mysteriösen Siemens-Objekte aus der Zeit um 1914 und ihre wahren Funktionen:
- Der Haarglätter mit Lüftermotor (der Vorläufer des „Fön“)
Wenn das Objekt einem verchromten Metallzylinder mit einem dicken Holzgriff und einem seitlich angebrachten, offenen Elektromotor ähnelt, handelt es sich um einen frühen Haartrockner.
Warum ist das seltsam? Damals wurden Haartrockner noch nicht aus Kunststoff hergestellt: Sie bestanden aus schweren Kupfer- und Stahlteilen und wogen bis zu 1–2 Kilogramm.
Interessante Tatsache: Das motorisierte Gerät, das Heißluft blies, wurde um die Jahrhundertwende von Siemens und seinen Partnern entwickelt. 1908 ließen sie den Namen Fön (nach dem warmen Alpenwind Fön) als Marke eintragen.
- Das galvanische und Hochfrequenz-Elektrotherapiegerät
Wenn sich das Gerät in einer eleganten Holzbox verbirgt, gefüllt mit Kupferschaltern, Einstellspulen und Glasröhrenelektroden, handelt es sich um ein elektrisches Therapiegerät für den Heimgebrauch.
Wozu wurde es verwendet? In den 1910er-Jahren galt Elektrizität als wahres Wundermittel. Heimgeräte, ebenfalls von Siemens hergestellt, wurden verwendet, um dem Körper einen schwachen Strom zuzuführen (oder die Haut mit gasentladenden Glasröhren, die violett leuchteten, zu berühren), da man glaubte, dies könne Rheuma, Migräne, Haarausfall und Nervosität heilen.
- Elektromagnetisches Rufzeichen für das Dienstmädchen
Falls es sich um einen an der Wand befestigten Holzkasten mit kleinen Glasfenstern handelt, hinter denen Zahlen oder Raumnamen (z. B. Esszimmer, Salon, Herrenzimmer) mit kleinen, kippbaren Fähnchen zu sehen sind:
Wozu wurde es verwendet? In Häusern der Oberschicht konnte durch Drücken von in die Wand eingelassenen elektrischen Knöpfen eine kleine, nummerierte Kachel auf dem Siemens-Rufzeichen im Zimmer des Dienstmädchens nach unten gekippt werden, sodass der Butler oder Koch sofort wusste, in welches Zimmer er gerufen wurde.
- Ozonisator (früher Luftreiniger)
Falls es sich um einen geschlossenen Metallzylinder handelt, der im Betrieb ein leises Knistern von sich gibt:
Wozu wurde er verwendet? In den 1910er-Jahren stellte Siemens auch Ozongeneratoren für den Hausgebrauch her. Man glaubte, dass das durch Hochspannung erzeugte Ozon die Raumluft erfrischen und Krankheitserreger abtöten würde (obwohl konzentriertes Ozon die Lunge tatsächlich reizte).
Für den Hausbesitzer galten sie als Hightech-Spezialität, und er präsentierte seinen Gästen stolz die neuesten Errungenschaften des elektrischen Zeitalters!