Ende Juli ist eine der wichtigsten Phasen für den Weinbau. In dieser Zeit reifen die Beeren heran und werden groß, süß und saftig. Nutzen Sie diese Chance und helfen Sie den Reben, ihre ganze Energie in die Reifung der Trauben zu investieren.

Diese Überschrift beschreibt die entscheidende Phase im Weinberg! Ende Juli und Anfang August ist ein kritischer Moment für die Reben – die sogenannte Reifephase (auch Véraison genannt) beginnt. Die Beeren verändern ihre Farbe, werden weich, stellen ihr Zellwachstum ein und beginnen, Zucker und Aromastoffe einzulagern.

Wenn Sie die Reben in dieser Zeit nicht unterstützen, verschwenden sie unnötig Energie für das Wachstum neuer Triebe anstatt für die Süße der Früchte.

✂️ Was ist Ende Juli zu tun?

  1. Entlaubung der Rebfläche (Sonneneinstrahlung)
    Vorgehensweise: Entfernen Sie Blätter, die die Trauben direkt beschatten (insbesondere von der Ost- oder Morgenseite).

Warum: Trauben benötigen Sonne für die Zuckerproduktion und Belüftung. Eine gute Luftzirkulation beugt zudem Grauschimmel (Botrytis) am besten vor.

Vorsicht: Arbeiten Sie vorsichtig von der West-/Südseite aus, um Sonnenbrand an den Trauben zu vermeiden.

  1. Auslichten und Stutzen der Triebspitzen (Phasensteuerung)
    Vorgehensweise: Kürzen Sie die Triebspitzen der einjährigen Triebe, falls diese über den Draht hinauswachsen, und entfernen oder kürzen Sie die jungen Seitentriebe aus den Blattachseln.

Warum: Die Rebe möchte von Natur aus in die Länge wachsen. Durch das Stutzen signalisieren Sie dem Strauch: „Hör auf, Holz zu produzieren, investiere deine ganze Energie in die Früchte!“

  1. Ertragsreduzierung (sogenannte Grüne Lese)
    Vorgehensweise: Sind zu viele Trauben am Strauch, schneiden Sie einige rigoros ab (insbesondere die kleineren, unterentwickelten oder zu dicht stehenden).

Warum: Weniger Trauben bedeuten deutlich größere, süßere und qualitativ bessere Beeren. Ein überbehangener Strauch reift zudem schlechter und friert im Winter leichter.

  1. Optimale Nährstoffversorgung: Stickstoff vermeiden, Kalium fördern
    Vorgehensweise: Verwenden Sie Ende Juli keine Stickstoffdünger mehr (Stickstoff fördert das Blattwachstum und beeinträchtigt die Reifung).

Warum: Düngen Sie stattdessen mit einem hohen Gehalt an Kalium und Phosphor (oder Magnesium). Kalium ist direkt für den Zuckertransport in die Beeren und die Reifung des Rebholzes vor dem Winter verantwortlich. Beispiele hierfür sind Kaliumseife, Kaliumsulfat oder Holzasche.

  1. Schutz vor Fliegen und Vögeln
    Zu dieser Zeit ziehen die süßen Trauben Vögel, Wespen und Fruchtfliegen an. Es empfiehlt sich, die Trauben mit Schutznetzen oder feinen Vliessäcken zu umhüllen.

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