Wie oft sollte man ab 65 duschen (und warum übermäßiges Duschen gesundheitsschädlich sein kann)?

Die Frage, wie oft man ab 65 Jahren duschen sollte, ist wichtiger, als man vielleicht denkt, da sich die Haut im Alter verändert und übermäßiges Duschen tatsächlich gesundheitsschädlich sein kann.

Wie oft sollte man ab 65 duschen?

Es gibt keine starre Regel, die für jeden gilt, da die optimale Duschhäufigkeit von individuellen Faktoren wie Aktivitätslevel, Hauttyp, Klima und persönlichen Vorlieben abhängt. Die allgemeine Empfehlung vieler Dermatologen für ältere Menschen lautet jedoch: nicht täglich.

  • 2-3 Mal pro Woche: Für die meisten Senioren, die keine übermäßige körperliche Aktivität ausüben oder stark schwitzen, ist eine Duschhäufigkeit von zwei bis drei Mal pro Woche in der Regel ausreichend.
  • Tägliche Teilwäsche: Wichtig ist, täglich die kritischen Bereiche wie Achselhöhlen, Intimbereich und Füße mit einem Waschlappen und milder Seife oder nur Wasser zu reinigen, um Geruchsbildung und Infektionen vorzubeugen.
  • Kurz und lauwarm: Wenn geduscht wird, sollte die Dusche kurz (3-5 Minuten) sein und mit lauwarmem Wasser erfolgen, nicht zu heiß.
  • Bei Bedarf häufiger: Bei starkem Schwitzen (z.B. nach Sport oder an sehr heißen Tagen) oder sichtbarer Verschmutzung ist eine Dusche natürlich auch häufiger angebracht.

Warum übermäßiges Duschen im Alter schädlich sein kann:

Die Haut verändert sich mit dem Alter erheblich und wird anfälliger für Probleme, wenn sie zu oft und zu intensiv gereinigt wird:

  1. Trockenheit und Verlust des Säureschutzmantels:
    • Dünnere und trockenere Haut: Mit zunehmendem Alter wird die Haut dünner, verliert an Feuchtigkeit und die Produktion von körpereigenen Fetten (Talg) nimmt ab.
    • Zerstörung der Hautbarriere: Häufiges Duschen, insbesondere mit heißem Wasser und aggressiven Seifen/Duschgels, entzieht der Haut ihre natürlichen Fette und stört den wichtigen Hydrolipidfilm (Säureschutzmantel). Dieser Schutzmantel ist entscheidend, um Feuchtigkeit in der Haut zu halten und sie vor dem Eindringen von Krankheitserregern, Allergenen und Schadstoffen zu schützen.
    • Folgen: Eine gestörte Hautbarriere führt zu noch trockenerer, spannender, juckender und schuppiger Haut. Dies kann zu Hautirritationen, Rötungen, Ekzemen (insbesondere Abnutzungsekzemen) und sogar zu kleinen Rissen führen, durch die Bakterien und Pilze leichter eindringen können.
  2. Störung des Hautmikrobioms:

    • Auf unserer Haut leben Milliarden von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze), die das Hautmikrobiom bilden. Viele dieser Mikroben sind “gut” und tragen zur Gesundheit der Haut und zur Abwehr von Krankheitserregern bei.
    • Zu häufiges Duschen, besonders mit antibakteriellen Seifen, kann dieses empfindliche Gleichgewicht stören, nützliche Bakterien reduzieren und potenziell schädlichen Keimen Raum geben.
  3. Erhöhtes Infektionsrisiko:
    • Wenn die Hautbarriere geschwächt ist und das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht gerät, ist die Haut anfälliger für Infektionen. Im Alter sind Infektionen oft schwerer zu heilen.
  4. Verletzungsrisiko:
    • Im Alter steigt das Risiko für Stürze. Eine Dusche kann, besonders wenn sie nicht barrierefrei ist, ein Sturzrisiko darstellen. Weniger häufiges Duschen bedeutet auch ein reduziertes Risiko für Stürze im Bad.

Was tun, um die Haut im Alter zu pflegen?

  • Milde Produkte: Verwenden Sie pH-hautneutrale, seifenfreie Waschlotionen oder Duschöle, die rückfettend wirken.
  • Nicht rubbeln: Die Haut nach dem Duschen oder Waschen nur sanft trocken tupfen, nicht reiben.
  • Eincremen: Cremen Sie die Haut nach dem Duschen großzügig mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Lotionen oder Cremes ein, die speziell für reife oder trockene Haut geeignet sind.
  • Raumtemperatur beachten: Achten Sie auf eine angenehme, nicht zu trockene Raumluftfeuchtigkeit.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gute Körperhygiene im Alter wichtig bleibt, aber die Priorität auf den Schutz der empfindlichen Hautbarriere und die Vermeidung von Austrocknung gelegt werden sollte. Weniger ist hier oft mehr.

Leave a Comment