Talgzysten, in der medizinischen Fachsprache auch Atherome genannt, sind gutartige, prall-elastische Knoten unter der Haut. Sie entstehen, wenn der Ausführungsgang einer Talgdrüse oder eines Haarfollikels verstopft wird.
Wie entstehen Talgzysten?
Der Name “Talgzyste” ist etwas irreführend, da der Inhalt oft nicht nur aus Talg besteht, sondern auch aus Hornzellen und Geweberesten. Der korrekte medizinische Begriff ist oft Epidermoidzyste oder, wenn sie auf dem Kopf vorkommt, Trichilemmalzyste. Das Grundprinzip ist aber dasselbe:
- Verstopfung des Ausführungsganges: Normalerweise produziert die Talgdrüse Talg, um Haut und Haare geschmeidig zu halten. Dieser Talg wird über einen kleinen Gang an die Hautoberfläche abgegeben. Wenn dieser Gang durch abgestorbene Hautzellen, Schmutz oder Verhornungen verstopft wird, kann der Talg nicht mehr abfließen.
- Ansammlung und Einkapselung: Da die Talgdrüse weiterhin Talg produziert, staut sich dieser im Inneren an. Es bildet sich eine Kapsel, die das angesammelte Material vom umliegenden Gewebe abgrenzt. Diese Kapsel wächst langsam an und bildet den sichtbaren Knoten unter der Haut.
Was begünstigt die Entstehung?
Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für die Bildung von Talgzysten erhöhen können:
- Genetische Veranlagung: Manche Menschen haben einfach eine höhere Neigung, Talgzysten zu entwickeln.
- Hormonelle Einflüsse: Hormonschwankungen, wie sie in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten, können die Talgproduktion ankurbeln und die Verstopfung von Drüsengängen begünstigen.
- Traumata oder Verletzungen: Kleinere Verletzungen, Schnitte oder eine unsachgemäße Entfernung von Mitessern können die Talgdrüsen beschädigen und zur Bildung einer Zyste führen.
- Akne: Personen, die in der Vergangenheit unter starker Akne gelitten haben, haben ein höheres Risiko für die Entstehung von Talgzysten.
Talgzysten können am ganzen Körper auftreten, bevorzugen aber Stellen mit vielen Talgdrüsen, wie die Kopfhaut, das Gesicht, der Hals, der Rücken und der Genitalbereich. Sie sind in der Regel harmlos, können sich aber entzünden, wenn Bakterien in die Zyste gelangen. In diesem Fall ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um eine korrekte Behandlung zu gewährleisten.