Aufsteigende Feuchtigkeit: Die einfache und kostengünstige DIY-Methode, um Wände dauerhaft zu reparieren

Das Thema aufsteigende Feuchtigkeit ist bei Altbauten oder Kellern ohne intakte Horizontalsperre ein ernstes Problem, das auf Dauer zu Putzabplatzungen, Salzausblühungen und Schimmel führen kann.

Die von Ihnen angesprochene einfache, kostengünstige und effektive DIY-Methode zur dauerhaften Sanierung ist die nachträgliche Horizontalsperre durch Injektionsverfahren.

Dieses Verfahren, insbesondere die Anwendung von Injektionscreme oder -flüssigkeit, kann von geübten Heimwerkern selbst durchgeführt werden und ist im Vergleich zu mechanischen Verfahren (wie dem Mauersägeverfahren) deutlich günstiger.


DIY-Anleitung: Horizontalsperre mit Injektionscreme oder -flüssigkeit

Das Ziel des chemischen Injektionsverfahrens ist es, ein wasserabweisendes Band (eine Sperre) im Mauerwerk zu erzeugen, das verhindert, dass kapillare Feuchtigkeit aus dem Boden nach oben steigt.

1. Vorbereitung des Mauerwerks

  1. Putz entfernen: Schlagen Sie den alten, feuchten und salzbelasteten Putz (mindestens 50 cm über die sichtbare Schadstelle hinaus) mit Hammer und Meißel ab. Die Lagerfuge (Mörtelschicht zwischen den Steinen) muss freigelegt werden.
  2. Reinigen: Entfernen Sie Putzreste, Staub und Schmutz gründlich. Saugen oder blasen Sie offene Fugen und Bohrlöcher später sauber.
  3. Feuchtemessung (Empfohlen): Messen Sie den Feuchtegehalt der Wand. Bei sehr starker Durchfeuchtung über 80 % ist oft eine längere Vortrocknung oder die Injektion mit speziellen, auch bei Nässe wirksamen Mitteln notwendig.
  4. Hohlräume verfüllen: Offene Fugen oder Risse müssen vor der eigentlichen Injektion mit einem geeigneten Reparaturmörtel oder einer Bohrlochschlämme verfüllt werden, damit das Injektionsmittel später nicht einfach herausläuft.

2. Bohrlöcher setzen (Das Herzstück der Sperre)

Das präzise Bohren ist entscheidend für den Erfolg.

  • Höhe: Setzen Sie die Bohrlöcher etwa 10 cm über dem Fußboden in die waagerechte Lagerfuge (Mörtelbett).
  • Abstand: Der Abstand zwischen den einzelnen Löchern beträgt je nach Produkt und Mauerwerksdicke meist 10 cm bis 12,5 cm. Halten Sie diesen Abstand unbedingt ein.
  • Tiefe: Die Bohrlochtiefe sollte ca. 80–90 % der gesamten Mauerdicke betragen, sodass etwa 5 cm Restwand verbleiben.
  • Winkel: Bohren Sie die Löcher mit einer leichten Neigung von ca. 30° bis 40° nach unten. Dies stellt sicher, dass das Injektionsmittel optimal in die Kapillaren fließen kann.
  • Reihen: Bei dickerem Mauerwerk oder sehr starker Durchfeuchtung kann eine zweite Bohrlochreihe ca. 5 cm über der ersten, mittig versetzt, notwendig sein.
  • Wandecken: Im Eckbereich sollten die Bohrlöcher beider Wände senkrecht nach oben weitergeführt oder zusätzlich schräg in die Ecke gesetzt werden.

3. Injektion des Dichtmittels (DIY-Variante)

Die gängigsten DIY-Methoden nutzen Silikonharz-Creme oder Injektionsflüssigkeit (Silikatbasis).

Variante A: Injektionscreme (Am einfachsten für DIY)

  1. Die Creme ist meist in Kartuschen oder Schlauchbeuteln erhältlich.
  2. Führen Sie die Tülle der Kartusche (mit Silikonspritze oder Schlauchbeutelpresse) tief in das Bohrloch ein.
  3. Befüllen Sie das Bohrloch von hinten nach vorne vollständig mit der Creme. Die Creme verteilt sich langsam im Mauerwerk und reagiert dort zu einer wasserabweisenden Schicht.

Variante B: Injektionsflüssigkeit (Drucklos über Trichter)

  1. Setzen Sie Injektionstrichter in die Bohrlöcher ein.
  2. Füllen Sie die Trichter mit der Injektionsflüssigkeit.
  3. Die Flüssigkeit sickert über mehrere Stunden oder sogar Tage (je nach Saugfähigkeit der Wand bis zu 14 Tage) in das Mauerwerk ein.
  4. Füllen Sie die Trichter regelmäßig nach, bis die Wand keine Flüssigkeit mehr aufnimmt.

4. Abschlussarbeiten

  1. Löcher verschließen: Entfernen Sie nach der Injektion alle Trichter oder Reste der Creme und verschließen Sie die Bohrlöcher mit einem schwindarmen Zementmörtel oder einem Spezialmörtel.
  2. Sanierputz auftragen: Nachdem die Mauer beginnt abzutrocknen (dies dauert Monate), bringen Sie einen Sanierputz auf die freigelegte Fläche auf. Sanierputz ist hochporös und diffusionsoffen. Er kann Feuchtigkeit aus der Wand verdunsten lassen und Salze einlagern, ohne dass diese die Oberfläche beschädigen.

Wichtige Hinweise für Heimwerker

  • Kosten: Die Materialkosten für die Injektionsmethode sind vergleichsweise gering (ca. 15 € bis 40 € pro laufendem Meter Wand), wodurch sie eine sehr kostengünstige DIY-Lösung darstellt.
  • Dauerhafte Lösung: Die so erzeugte chemische Horizontalsperre gilt als dauerhaft, solange die Ursache der Feuchtigkeit tatsächlich auf kapillar aufsteigendes Wasser zurückzuführen ist.
  • Grenzfall: Das Injektionsverfahren ist nicht geeignet, wenn die Feuchtigkeit durch drückendes Wasser von außen (z. B. bei mangelhafter Vertikalabdichtung) eindringt. In diesem Fall muss eine Außenabdichtung oder eine spezielle Innenabdichtung (Dichtschlämme) vorgenommen werden.

Fazit: Das nachträgliche Einbringen einer chemischen Horizontalsperre per Injektionsverfahren ist die beste Wahl für DIY-Enthusiasten, die aufsteigende Feuchtigkeit dauerhaft und kostengünstig beheben möchten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der sorgfältigen Vorbereitung und dem präzisen Bohren.

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