Eine Krankenschwester in der Palliativpflege verrät, welche Bewegung Menschen häufig machen, wenn sie dem Tod nahe sind

Die häufigste und auffälligste Bewegung, die von Palliativpflegekräften oft im Zusammenhang mit dem nahen Tod beobachtet wird, ist das sogenannte “Nesteln” (Picking/Plucking) oder “Greifen”.

Dabei handelt es sich um eine Form von motorischer Unruhe oder Delir, die sich wie folgt äußert:

  • Zupfen oder Nesteln an der Bettwäsche: Die sterbende Person greift scheinbar ziellos nach der Decke, dem Laken oder den Kleidern und zieht oder zupft daran.
  • Greifbewegungen in die Luft: Manchmal führen die Hände auch Greif- oder Suchbewegungen in der Luft aus, als ob sie etwas festhalten oder suchen würden.
  • Unruhiges Bewegen der Hände: Die Hände sind ständig in Bewegung, manchmal auch in der Nähe des Mundes oder Gesichts.

Hintergrund dieser Bewegung:

Diese Unruhe ist oft ein Anzeichen dafür, dass der Körper in der letzten Lebensphase “herunterfährt” und das Gehirn nicht mehr optimal versorgt wird. Mögliche Ursachen sind:

  1. Delir/Verwirrtheit: Veränderungen im Stoffwechsel und in der Durchblutung des Gehirns (z. B. durch Sauerstoffmangel oder Ansammlung von Stoffwechselprodukten) führen zu Verwirrtheit und Unruhe.
  2. Angst oder innere Unruhe: Die Person spürt möglicherweise intuitiv, dass etwas geschieht, was sich als Angst oder Unruhe manifestiert, die sie durch diese Bewegung auszudrücken versucht.
  3. Wahrnehmungsstörungen: Manchmal wird das Nesteln auch als Versuch interpretiert, etwas zu greifen oder zu ordnen, das in der veränderten Wahrnehmung der Person existiert.

Reaktion in der Palliativpflege:

Pflegekräfte im Palliativbereich gehen bei solchen Anzeichen behutsam vor:

  • Sie versuchen in erster Linie, die Unruhe zu lindern (z. B. durch Beruhigung, ruhige Präsenz, sanfte Berührung oder, falls nötig, mit Medikamenten).
  • Sie sorgen für eine ruhige und entspannte Umgebung, da Geräusche und Hektik die Unruhe verstärken können.
  • Sie legen Wert auf die Begleitung und das Wohlbefinden des Patienten und seiner Angehörigen, da das Nesteln ein Zeichen für das Fortschreiten des Sterbeprozesses ist.

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