Das Ziel, das Feuer oder die Glut im Kamin oder Holzofen die ganze Nacht am Leben zu halten, ist bei Kaminbesitzern sehr verbreitet. Der Tipp des Schornsteinfegers konzentriert sich dabei auf Sicherheit, Effizienz und die Vermeidung von Schwelbrand (Versottung).
Hier ist die empfohlene Vorgehensweise, um ein langanhaltendes und sicheres Feuer zu gewährleisten:
1. 🪵 Hochwertiger Brennstoff ist das A und O
Der wichtigste Faktor für eine lange Brenndauer ist der Brennstoff selbst.
- Hartholz verwenden: Nutzen Sie Hartholz wie Buche, Eiche oder Esche. Diese Holzarten haben eine höhere Dichte und brennen deutlich langsamer und länger ab als weichere Hölzer (wie Fichte oder Kiefer).
- Trockenheit: Das Holz muss ausreichend trocken sein (Restfeuchte unter 20 %, idealerweise um 15 %). Feuchtes Holz brennt schlecht, setzt viel Rauch und Schadstoffe frei und führt zu einer erhöhten Rußbildung im Schornstein (Glanzruß), was die Gefahr eines Schornsteinbrandes erhöht.
2. 🔥 Das Glutbett vorbereiten
Ein gutes, dickes Glutbett ist die Basis für ein langanhaltendes Feuer.
- Großzügig Heizen: Heizen Sie den Ofen am Abend kräftig an, um eine große Menge an gesunder, heißer Glut aufzubauen.
- Asche belassen: Entfernen Sie vor dem letzten Einlegen der Holzscheite nicht die gesamte Asche, da eine Schicht Asche hilft, die Hitze länger im Glutbett zu speichern.
3. 🛡️ Große Scheite einlegen und richtig Stapeln
Um eine langsame Verbrennung zu erreichen, benötigen Sie große Brennstoffstücke.
- Große, dicke Scheite: Legen Sie die größtmöglichen Scheite ein, die noch in den Brennraum passen, ohne ihn zu überladen.
- Stapelweise einlegen: Stapeln Sie die Holzscheite so, dass sie eng, aber nicht zu kompakt liegen, damit der Sauerstoff noch zirkulieren kann (manche empfehlen eine Nord-Süd-Ausrichtung, je nach Ofenmodell).
- Briketts: Alternativ können spezielle, langlebige Holzbriketts verwendet werden, die für eine sehr gleichmäßige und lange Wärmeabgabe konzipiert sind (oft 6 bis 8 Stunden Brenndauer).
4. 💨 Luftzufuhr auf ein Minimum reduzieren
Dies ist der eigentliche Trick, um die Verbrennung zu verlangsamen, muss die Sauerstoffzufuhr gedrosselt werden.
- Warten, bis das Holz “ausgast”: Warten Sie, bis die großen Holzscheite gut angebrannt sind und keine großen, hellen Flammen mehr zu sehen sind, sondern eine gleichmäßige, dunklere Flamme und viel Glut.
- Luft schließen: Reduzieren Sie dann die Primärluftzufuhr (die Luft von unten) fast vollständig und schließen Sie auch die Sekundärluftzufuhr (Luft von oben/Hinten) stark, aber nie ganz!
- Wichtig: Es muss immer noch so viel Sauerstoff vorhanden sein, dass das Feuer kontrolliert glüht und nicht nur schwelt (Schwelbrand). Ein Schwelbrand (unvollständige Verbrennung) setzt extrem viel Ruß (Glanzruß) frei, was den Schornstein verschmutzt und einen Brand auslösen kann, sowie gefährliches Kohlenmonoxid.
Zusammenfassung des Schornsteinfeger-Tipps:
Langes Halten der Glut über Nacht gelingt durch die Kombination von hartem, trockenem Holz und der Reduzierung der Luftzufuhr auf das absolute Minimum, um eine langsame, aber saubere Verbrennung zu gewährleisten und die Entstehung von Schwelbrand zu vermeiden.