Schlangenbiss – keine Panik, befolgen Sie folgende Anweisungen

Das ist ein unglaublich wichtiges Thema, denn die richtige Reaktion bei einem Schlangenbiss – ob giftig oder nicht – kann lebensrettend sein. In vielen Regionen, in denen Schlangen leben, ist die Wahrscheinlichkeit, von einer ungiftigen Art gebissen zu werden, viel höher, aber man sollte immer vorsichtig sein.

Wichtig: In jedem Fall sollte sofort professionelle medizinische Hilfe gerufen werden. Die folgenden Anweisungen sind Maßnahmen, die Sie bis zum Eintreffen der Hilfe ergreifen können.


🐍 Schlangenbiss: Anweisungen zur Ersten Hilfe

Sofortige Notfall-Maßnahmen

  1. Bleiben Sie ruhig und rufen Sie Hilfe:
    • Rufen Sie sofort den Notruf (z. B. 112 in Europa) oder lassen Sie jemanden anrufen, um schnellstmöglich medizinische Hilfe und ein Gegengift zu erhalten, falls nötig.
    • Beruhigen Sie die gebissene Person. Panik beschleunigt den Herzschlag und damit die Ausbreitung des Giftes im Körper.
  2. Immobilisierung und Ruhigstellung:
    • Halten Sie die gebissene Gliedmaße still. Bewegen Sie das Opfer so wenig wie möglich.
    • Lagern Sie die betroffene Gliedmaße unter Herzhöhe. Dies verlangsamt den Blutfluss zum Herzen und damit die Verteilung des Giftes.
  3. Bissstelle versorgen:
    • Entfernen Sie alle beengenden Gegenstände wie Ringe, Armbänder oder Uhren von der betroffenen Gliedmaße, bevor diese anschwillt.
    • Waschen Sie die Bissstelle vorsichtig mit Wasser und Seife (falls vorhanden).
  4. Bissstelle im Auge behalten:
    • Prägen Sie sich die Form und Farbe der Schlange ein, falls dies sicher möglich ist, OHNE sich selbst in Gefahr zu bringen. Dies hilft den Ärzten bei der Identifizierung und der Wahl des richtigen Gegengifts.

🚫 Was Sie UNBEDINGT vermeiden müssen (Alte, falsche Methoden)

Die folgenden, früher oft empfohlenen Maßnahmen sind schädlich und sollten NICHT durchgeführt werden:

  • Aussaugen des Giftes: Ist unwirksam und kann Gift in den Mund des Helfers bringen.
  • Einschnitte machen: Erhöht das Infektionsrisiko und kann Nerven oder Blutgefäße verletzen.
  • Abbinden (Tourniquets): Stoppt den Blutfluss vollständig und kann zu schweren Gewebeschäden, Nervenschäden oder im schlimmsten Fall zur Amputation führen. Wenn, dann nur ein lockerer Druckverband, der den Lymphfluss hemmt (siehe unten), aber keine Totalabschnürung.
  • Kühlen oder Eis auflegen: Kann Gewebeschäden verschlimmern.
  • Alkohol oder Koffein geben: Beschleunigt den Kreislauf.

🩹 Maßnahmen bei bestätigtem Giftbiss (Je nach Region)

In einigen Regionen, in denen Schlangen wie Kobras oder Vipern heimisch sind, wird ein Druck-Immobilisations-Verband (Pressure Immobilization Technique, PIT) empfohlen, um die Ausbreitung des Giftes über die Lymphbahnen zu verlangsamen.

  1. Druckverband: Legen Sie einen breiten, elastischen Verband über die gesamte Gliedmaße, beginnend am Biss und bis zur Wurzel. Der Druck sollte fest sein, aber nicht so fest, dass er den Blutfluss stoppt (Sie sollten immer noch einen Puls fühlen können).
  2. Immobilisieren: Schienen Sie die Gliedmaße zusätzlich, um jegliche Bewegung zu verhindern.

Achtung: Die Anwendung des PIT wird nur in bestimmten Regionen und bei bestimmten Schlangenarten empfohlen. In Europa (z. B. bei Kreuzottern) wird oft von einer Bandagierung abgeraten, da die Gefahr, dass sie falsch angewandt wird, zu groß ist. Folgen Sie immer der Anweisung des Notarztes!

Die wichtigste Regel bleibt: Ruhe bewahren und schnellstmöglich professionelle Hilfe anfordern.

Haben Sie Fragen zu den in Ihrer Region vorkommenden Schlangenarten oder zur Unterscheidung zwischen giftigen und ungiftigen Bissen?

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