Käse sollte niemals in Plastikfolie oder -behältern aufbewahrt werden, doch fast jeder macht diesen Fehler.

Es ist eines der größten Paradoxien unserer Kühlschränke: Wir kaufen hochwertigen Käse und „ersticken“ ihn sofort nach dem Kauf in Plastikfolie oder einer Plastikbox. Für Käse, der im Grunde ein lebender Organismus ist, ist dies das Schlimmste, was passieren kann.

Hier erfahren Sie, warum Käseexperten (Fromager) bei dem Anblick von Plastikfolie die Tränen fließen lassen und wie man es richtig macht.

Warum ist Plastikfolie der Feind des Käses?
Käse muss atmen: Käse gibt ständig Feuchtigkeit und Gase (insbesondere Ammoniak) ab. Plastikfolie bildet eine luftdichte Barriere. Die Gase bleiben unter der Folie eingeschlossen und verleihen dem Käse einen unangenehmen, chemischen Nachgeschmack.
Schnelleres Schimmelwachstum: Überschüssige Feuchtigkeit, die in Plastik eingeschlossen wird, ist ein idealer Nährboden für unerwünschte Schimmelpilze und Bakterien. Anstatt zu reifen, beginnt der Käse zu faulen.
Absorption von Plastik: Käse hat einen hohen Fettgehalt, der leicht Gerüche und Chemikalien aus Plastik aufnimmt. Wenn Käse zu lange in Alufolie eingewickelt ist, beginnt er nach Plastik zu schmecken.

Wie lagert man Käse also richtig?

Damit Ihr Käse möglichst lange frisch und lecker bleibt, verwenden Sie eine dieser Methoden:

Spezielles Käsepapier: Falls Sie keins haben, ist Backpapier ein idealer Ersatz. Es lässt den Käse atmen und schützt ihn gleichzeitig vor dem Austrocknen.
Gewachste Servietten: Ein ökologischer Trend, der sich besonders gut für Käse eignet. Bienenwachs hat zudem natürliche antibakterielle Eigenschaften.
„Doppelt verpacken“: Wickeln Sie den Käse in Backpapier und legen Sie ihn anschließend in einen locker verschlossenen (nicht luftdichten!) Beutel oder Behälter. Dadurch entsteht ein Mikroklima, das die Feuchtigkeit speichert, aber Gase entweichen lässt.

Tipps nach Käsesorte
Käsesorte | Beste Aufbewahrungsmethode
Hartkäse (Parmesan, Cheddar): In Backpapier einwickeln und leicht mit Klebeband fixieren.
Weichkäse (Brie, Camembert) sollten in der Originalverpackung (falls aus Holzfurnier oder Papier) bleiben oder mit einer gewachsten Serviette abgedeckt werden. Frischkäse (Mozzarella, Feta) muss in der Salzlake bleiben. Blauschimmelkäse (Niva, Gorgonzola) kann (als einzige Ausnahme) in Alufolie eingewickelt werden, damit sein intensives Aroma andere Speisen nicht beeinträchtigt.

Die goldene Regel vor dem Servieren:
Vergessen Sie nicht den wichtigsten Schritt: Nehmen Sie Ihren Käse mindestens 30 bis 60 Minuten vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank. Bei Zimmertemperatur treten die Fette im Käse aus und Sie können endlich seinen vollen Geschmack genießen.

Gemini-Tipp: Wenn Ihr Käse im Kühlschrank ausgetrocknet ist, werfen Sie ihn nicht weg! Die harten Kanten von Parmesan oder Cheddar eignen sich hervorragend, um Gemüsesuppen oder Risottos eine besondere Note zu verleihen. Sie geben dem Gericht eine unglaubliche Tiefe (Umami).

Haben Sie ein Stück Käse im Kühlschrank, bei dem Sie sich nicht sicher sind, ob es noch gut ist, oder möchten Sie wissen, welche Käsesorten man bedenkenlos einfrieren kann?

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