Ein 90-jähriger Klempner verriet mir ein Geheimnis über alte Duscharmaturen: Man sollte sie nicht einfach wegwerfen, ohne zu wissen, wofür sie gut sind.

Das klingt nach einem Ratschlag von jemandem, der noch aus einer Zeit stammt, in der Dinge nicht weggeworfen, sondern repariert wurden, damit sie weitere 30 Jahre hielten. Alte Duscharmaturen (die ehrlichen, schweren aus Messing) haben einen großen Vorteil gegenüber den heutigen „austauschbaren“ Kartuschen: Sie sind praktisch unsterblich, wenn man ihren Aufbau kennt.

Das „Geheimnis“, das Ihnen der Klempner wahrscheinlich verraten hat, dreht sich um drei Dinge, die heutzutage kaum noch jemand weiß:

  1. Das Geheimnis des „Herzens“ (Gummidichtung vs. Keramik)
    Moderne Armaturen haben Kunststoffkartuschen – wenn diese undicht werden, muss man ein komplett neues Teil kaufen. Alte Armaturen haben Gummidichtungen.

Trick: Normalerweise muss man nichts austauschen. Einfach das Gummiband entfernen, umdrehen (die andere Seite ist meist wie neu) oder eine Weile in Essig einweichen. Ist es komplett zerstört, kostet eine neue Dichtung nur wenige Cent, während ein neuer Wasserhahn mehrere Dutzend Euro kostet.

  1. „Wunder“-Vaseline (Wartung statt Austausch)
    Schon die alten Meister wussten, dass sich in den Messinggewinden von Wasserhähnen Kalkablagerungen bilden.

Tipp: Alle paar Jahre einfach den oberen Teil abnehmen und das Gewinde mit lebensmittelechter Silikon-Vaseline (oder im Notfall mit reinem Talg) einfetten. Der Wasserhahn lässt sich dann mit einem Finger drehen und die Dichtung löst sich auch unter Druck nicht.

  1. Versteckte Filter und Strahlregler (Warum lässt der Wasserdruck nach?) Wenn ein alter Wasserhahn an Druck verliert, denken die meisten, er sei kaputt. Ein 90-jähriger Klempner würde Ihnen aber erklären, dass alte Wasserhähne so konstruiert sind, dass sie Ablagerungen an bestimmten Stellen auffangen und so die Rohre schützen.

Der Trick: Einfach die Mutter abschrauben, die den Wasserhahn an der Wand hält (hinter den Abdeckkappen). Dort befinden sich oft kleine Metallsiebe, die durch Rost aus den Rohren verstopft sind. Reinigen Sie diese, und der Wasserdruck ist wieder wie in einem Neubau.

Warum einen alten Wasserhahn nicht wegwerfen?

Merkmale: Alter (klassischer) Wasserhahn, Moderner (günstiger) Wasserhahn

Material: Dickwandiges Messing (druckbeständig), Dünnes Zink oder Kunststoff

Reparatur: Kann von einem Laien mit einem Schraubenzieher durchgeführt werden, Oft muss nur das gesamte Teil ausgetauscht werden

Teilepreis: Wenige Cent (Gummiband), 10–30 € (Kartusche)

Lebensdauer: Über 40 Jahre, 2–5 Jahre

Was, wenn Sie trotzdem einen neuen möchten?

Wenn Sie Ihren alten Wasserhahn aus Designgründen trotzdem loswerden möchten, werfen Sie ihn nicht in den Müll. Altes Messing ist wertvoll und kann recycelt werden. Das Gewicht eines alten, soliden Wasserhahns kann einen Großteil des Preises eines neuen ausmachen!

Die alte goldene Regel des Klempners: „Solange das Wasser fließt, wo es soll, und nur ein bisschen tropft, braucht es lediglich etwas Wartung, ist aber nicht kaputt.“

Haben Sie immer noch diesen Wasserhahn an der Wand, der vom Duschkopf oder direkt vom Wasserhahn tropft? Ich kann Ihnen in 5 Minuten genau sagen, welche Schraube Sie lösen müssen, um das Problem zu beheben.

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