Warum schwimmt da ein großer roter Fleck in meinem rohen Ei?

Das sieht im ersten Moment vielleicht etwas unappetitlich aus, ist aber völlig harmlos. Entgegen dem hartnäckigen Mythos ist dieser rote Fleck kein angebrütetes Küken und auch kein Zeichen für eine Befruchtung.

Es handelt sich schlichtweg um einen Blut- oder Fleischfleck.

Wie kommt der Fleck ins Ei?

Es gibt zwei einfache biologische Ursachen dafür:

  • Blutflecken: Diese entstehen, wenn beim Eisprung im Huhn ein winziges Blutgefäß am Eierstock oder im Eileiter platzt. Ein Tropfen Blut schließt sich dann zusammen mit dem Eigelb in die Schale ein.
  • Fleischflecken: Dabei handelt es sich um winzige Gewebeteile, die sich aus dem Legedarm gelöst haben. Diese sind oft eher bräunlich als hellrot.

Kann man das Ei noch essen?

Ja, absolut. Ein solcher Fleck ist kein Anzeichen für mangelnde Frische oder eine Krankheit des Huhns. Es ist ein natürliches “Nebenprodukt”.

  • Tipp: Wenn dich der Anblick stört, kannst du den Fleck einfach mit der Spitze eines Messers oder der Eierschale herausheben und das Ei ganz normal zum Kochen oder Backen verwenden. Durch das Erhitzen werden ohnehin alle eventuellen Keime abgetötet.

Warum sieht man das so selten im Supermarkt?

Eigentlich kommen diese Flecken bei etwa 15 % aller Eier vor. Dass wir sie so selten sehen, liegt an der Qualitätskontrolle:

  1. Durchleuchten (Schieren): In den Packstellen werden die Eier vor starken Lichtquellen durchleuchtet. Eier mit großen, auffälligen Flecken werden aussortiert und meistens für die Industrie (z. B. für Backwaren oder Nudeln) verwendet, wo sie ohnehin verarbeitet werden.
  2. Braune vs. weiße Eier: Bei braunen Eiern ist die Schale dicker und dunkler. Dadurch sind Flecken beim Durchleuchten schwerer zu erkennen. Deshalb findet man in braunen Eiern statistisch gesehen häufiger mal einen roten Fleck als in weißen.

Fun Fact: Die Farbe der Eierschale hat übrigens nichts mit dem Fleck oder der Qualität zu tun, sondern allein mit der Genetik (und den Ohrscheiben) des Huhns!

War das bei einem Ei aus dem Supermarkt oder direkt vom Bauernhof – dort sind solche “Schönheitsfehler” nämlich oft noch häufiger zu finden?

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