Warum haben manche Fenster gebogene Außengitter? Dafür ist es eigentlich da

Gebogene Außengitter an Fenstern (im Fachjargon oft Bauchgitter oder Korb-Fenstergitter genannt) sieht man besonders häufig im Erdgeschoss historischer Gebäude, im mediterranen Raum oder an älteren Stadthäusern.

Diese markante Wölbung nach außen hat vor allem drei ganz praktische Gründe:

1. Das Öffnen des Fensters (nach außen)

Der wichtigste bauliche Grund: In vielen Regionen und Epochen öffneten sich die Fensterflügel nicht nach innen, sondern nach außen. Ein flaches, direkt auf der Wand montiertes Gitter hätte das Öffnen der Fenster komplett blockiert. Durch den „Bauch“ des Gitters ist genug Platz vorhanden, damit die Fensterflügel aufschwingen können.

2. Platz für Dekoration (Blumenkästen)

Die Wölbung schafft auf der Fensterbank zusätzlichen Raum. Bewohner nutzen diesen Platz traditionell, um Blumenkästen oder Pflanztöpfe aufzustellen. Ohne die Ausbuchtung nach außen würden die Pflanzen am Gitter anstoßen oder man könnte das Fenster bei aufgestellten Pflanzen nicht mehr richtig bedienen.

3. Mehr Licht, Luft und Raumgefühl

Ein flaches Gitter direkt vor der Scheibe kann im Innenraum sehr beengend wirken – fast wie im Gefängnis.

  • Durch die Biegung wandert die optische Barriere ein Stück weiter nach außen.
  • Der Raum wirkt dadurch offener.
  • Zudem fällt das Tageslicht in einem besseren Winkel ein, und es gelangt beim Lüften mehr Luft ins Zimmer.

Was ist der eigentliche Hauptzweck?

Der Hauptzweck des Gitters bleibt natürlich immer der Einbruchschutz (Sicherheit) und im Erdgeschoss manchmal auch der Schutz vor Vandalismus oder Steinschlag. Die gebogene Form ist schlicht die clevere Lösung, diesen Schutz zu gewährleisten, ohne auf Komfort, Licht und Dekoration verzichten zu müssen.

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