Das klingt nach einer typischen, reißerischen Clickbait-Überschrift aus dem Internet – aber an dem Thema ist tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit dran! Es geht dabei meistens weniger um akute Gesundheitsgefahren als vielmehr um Energieverschwendung, Kalkprobleme und Geschmack.
Die drei häufigsten Fehler, die fast jeder unbewusst macht, betreffen folgende Punkte:
1. Zu viel Wasser kochen („Vorratskochen“)
Das ist der absolute Klassiker. Wer für eine einzige Tasse Tee den Wasserkocher bis zum Maximum füllt, verschwendet massiv Strom und Zeit. Wenn das in 9 von 10 Haushalten mehrmals täglich passiert, summiert sich das aufs Jahr gerechnet zu einer ordentlichen Summe auf der Stromrechnung.
Die Lösung: Nur so viel Wasser einfüllen, wie tatsächlich gebraucht wird (dabei aber die Mindestfüllhöhe des Geräts beachten).
2. Wasser im Kocher stehen lassen
Viele lassen den Rest des Wassers einfach im Kocher stehen, um ihn beim nächsten Mal wieder aufzukochen. Das Problem dabei:
- Verkalkung: Stehendes Wasser begünstigt, dass sich Kalk an den Heizelementen absetzt. Eine Kalkschicht wirkt wie ein Dämmstoff – der Kocher braucht immer länger und verbraucht noch mehr Strom.
- Geschmack: Gekochtes Wasser verliert Sauerstoff. Wird es kalt und steht stundenlang im Plastik- oder Edelstahlbehälter, schmeckt es beim erneuten Aufkochen oft abgestanden.
3. Der Mythos vom „giftigen“ zweiten Aufkochen
Oft liest man in solchen Artikeln die Warnung, dass mehrmals aufgekochtes Wasser „giftig“ oder krebserregend wird, weil sich Schadstoffe wie Nitrat oder Fluorid konzentrieren. Das ist wissenschaftlich gesehen Unsinn.
Zwar verdunstet beim Kochen ein minimaler Teil des Wassers, wodurch die Konzentration von Mineralien im Restwasser theoretisch minimal steigt. Bei normalem Leitungswasser ist dieser Effekt jedoch so winzig, dass er absolut harmlos ist. Auch Schadstoffe aus dem Material des Kochers (wie Nickel oder Plastik-Weichmacher) lösen sich bei modernen, geprüften Geräten nicht in gefährlichen Mengen.
Fazit: Man bringt sich nicht in Gefahr, wenn man den Wasserkocher „falsch“ bedient – aber man wirft bares Geld für Strom aus dem Fenster und sorgt dafür, dass das Gerät schneller verkalkt.