Diese Überschrift klingt nach einem wahren Wunder, wie man es aus verlockenden Videos in den sozialen Medien kennt. Doch betrachten wir die Sache einmal realistisch.
Keine Wunderpille und kein bestimmtes Mittel kann bewirken, dass eine Orchidee 100 neue Triebe bildet und 365 Tage im Jahr ununterbrochen blüht. Orchideen brauchen ihren natürlichen Ruhezyklus, um wieder zu blühen.
Online-Rezepte, die diesen „Trick“ versprechen, beziehen sich meist auf eine der folgenden drei Methoden. Hier eine Zusammenfassung, was man unter eine Orchidee legt und wie es wirklich funktioniert:
- Eiswürfel
Der Mythos: Legt man wöchentlich einen Eiswürfel auf das Substrat, wird die Orchidee optimal bewässert und blüht üppig.
Die Realität: Eis verhindert Staunässe (die häufigste Todesursache bei Orchideen), aber diese Pflanzen stammen aus den Tropen. Längerer Schock durch Eiswasser kann die Wurzeln schädigen. Viel besser ist eine klassische, lauwarme Dusche oder das Einweichen des Topfes in abgestandenem Wasser ein- bis zweimal pro Woche. - Knoblauchzehe (oder Knoblauchwasser)
Mythos: Knoblauch regt das Wachstum dutzender neuer Triebe an.
Fakt: Knoblauch enthält Schwefel und wirkt stark antiseptisch und antibakteriell. Er wirkt eher vorbeugend gegen Pilze und Schädlinge und kann das Pflanzenwachstum leicht fördern (als schwacher Stimulans). Er wird aber sicherlich kein explosionsartiges Wachstum hunderter Triebe verursachen. - Bananenschale (oder ein Stück Hefe)
Mythos: Einfach ein Stück unter die Wurzeln legen, und die Orchidee ist das ganze Jahr über mit Nährstoffen versorgt.
Fakt: Bananenschalen sind reich an Kalium und Phosphor, Elementen, die die Blütenbildung fördern. Hefe hingegen enthält B-Vitamine. Gibt man sie jedoch roh direkt in den Blumentopf, beginnen sie zu faulen, zu schimmeln und ziehen Fliegen an. Es ist viel sicherer, daraus einen schwachen Aufguss (Dünger) herzustellen, mit dem Sie die Orchidee gelegentlich gießen können.
Möchten Sie, dass Ihre Orchidee prächtig gedeiht?
Anstatt auf „Wundermittel“ zu setzen, profitiert sie am meisten von Folgendem:
Das richtige Licht: Ausreichend diffuses Licht (idealerweise ein Ost- oder Westfenster). Ohne Licht blüht die Orchidee nicht, selbst wenn Sie etwas darunter stellen.
Temperaturunterschied: Damit die Orchidee einen neuen Trieb bildet, benötigt sie im Herbst über mehrere Wochen einen leichten Temperaturabfall in der Nacht (etwa 3 bis 5 °C niedriger als tagsüber).
Richtiges Gießen: Gießen Sie erst, wenn die Wurzeln im transparenten Topf grau werden. Solange sie grün sind, ist noch genügend Wasser vorhanden.
Möchten Sie eine Orchidee retten, die nicht blühen will, oder suchen Sie einfach nur nach Möglichkeiten, die vorhandenen Blüten so lange wie möglich frisch zu halten?