Geflügelte Termiten im Haus: Wie man sie erkennt und was im Falle eines Befalls zu tun ist

Wenn plötzlich Dutzende oder Hunderte geflügelte Insekten durchs Wohnzimmer schwärmen, bricht bei den meisten Hausbesitzern verständlicherweise Panik aus. Diese fliegenden Insekten werden „Schwärmer“ genannt. Es handelt sich dabei um die fruchtbaren Könige und Königinnen einer Kolonie, die sich auf den Weg machen, um ein neues Nest zu gründen.

Das Wichtigste zuerst: Keine Panik, aber schnelles Handeln ist gefragt. Zuerst musst du herausfinden, ob du es mit harmlosen fliegenden Ameisen oder zerstörerischen Termiten zu tun hast.

1. Erkennen: Termite oder fliegende Ameise?

Da sich beide Insekten optisch auf den ersten Blick sehr ähneln, hilft ein genauer Blick auf den Körperbau und die Flügel.

Achte auf diese drei körperlichen Merkmale:

  • Die Taille: Ameisen haben die typische, schmale „Wespentaille“. Der Körper einer Termite ist dagegen durchgehend zylindrisch und hat keine sichtbare Einschnürung.
  • Die Flügel: Termiten besitzen vier gleich lange, fast weiße oder transparente Flügel, die deutlich länger als ihr Körper sind. Bei Ameisen sind die vorderen Flügel merklich größer als die hinteren.
  • Die Fühler: Die Fühler von Termiten sind vollkommen gerade und wirken wie eine kleine Perlenschnur. Die Fühler von Ameisen sind dagegen deutlich geknickt oder gewinkelt.

2. Was zu tun ist: Sofortmaßnahmen bei einem Befall

Wenn sich der Verdacht bestätigt und geflügelte Termiten innerhalb des Hauses auftauchen, bedeutet das meistens, dass sich bereits eine aktive Kolonie in den Holzteilen oder im Fundament des Gebäudes befindet.

1.Insekten und Flügel einsammeln:Beweise sichern.

Fange ein paar der Insekten (lebend oder tot) ein und lege sie in ein verschließbares Glas oder fixiere sie auf einem Streifen Tesafilm. Wenn der Schwarm vorbei ist, lassen die Tiere oft ihre Flügel fallen. Sammle auch diese auf – sie dienen dem Schädlingsbekämpfer zur sicheren Identifikation.

2.Den Schwarm eindämmen:Ausbreitung stoppen.

Schließe die Türen zum betroffenen Raum, um zu verhindern, dass die Insekten in andere Hausteile fliegen. Du kannst die fliegenden Insekten einfach mit dem Staubsauger aufsaugen. Entsorge den Staubsaugerbeutel danach sofort in einer gut verschlossenen Mülltüte draußen.

3.Niemals eigenständig sprühen:Keine DIY-Chemie.

Sprühe keine handelsüblichen Insektensprays in die Löcher oder Ritzen, aus denen die Termiten kommen. Das tötet zwar die sichtbaren Fluginsekten, führt aber nur dazu, dass sich die eigentliche Kolonie tief im Holz oder Boden verbarrikadiert und an einer anderen, schwerer zugänglichen Stelle weiterfrisst.

4.Einen Fachbetrieb rufen:Wichtigster Schritt.

Termiten fressen sich unbemerkt durch tragende Holzkonstruktionen. Ein Laie kann eine Kolonie im Fundament oder in den Wänden nicht erfolgreich bekämpfen. Kontaktiere umgehend eine professionelle Schädlingsbekämpfung, die auf Holzschädlinge spezialisiert ist.

Vergiss nicht: Geflügelte Termiten beißen oder stechen nicht und zerstören in diesem Stadium auch selbst kein Holz – das erledigen die zehntausenden, blind im Verborgenen lebenden Arbeiter-Termiten. Die Schwärmer fliegen meistens nur für wenige Stunden zum Licht (Fenster) und sterben bei trockener Raumluft ohnehin sehr schnell ab. Das Problem ist nicht der fliegende Schwarm an sich, sondern das Nest, aus dem er entkommen ist.

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