Sie beziehen sich sicherlich auf den (sehr faszinierenden, aber teils fiktiven) Mythos der Hunza, die in einem abgelegenen Tal in den Bergen Pakistans leben.
Die in diesen Geschichten erwähnte „Wunderfrucht“ ist die Aprikose.
Der Mythos der Hunza und der Aprikosen
Laut Volksglauben ist diese Bevölkerungsgruppe immun gegen Krebs und lebt dank ihres hohen Aprikosenkonsums – im Sommer frisch, im Winter getrocknet – unglaublich lange. Doch der eigentliche Star der wissenschaftlichen Debatte ist der Kern (oder die Mandel) im Aprikosenkern.
Die „Vitamin-B17“-Theorie
Aprikosenkerne enthalten Amygdalin, eine Substanz, die fälschlicherweise oft als „Vitamin B17“ bezeichnet wird.
Die These der Befürworter: Amygdalin setzt Cyanid ausschließlich in Tumorzellen frei und zerstört diese.
Die wissenschaftliche Realität: Es gibt keine klinischen Beweise dafür, dass Amygdalin Krebs heilt. Im Gegenteil: Übermäßiger Verzehr von Aprikosenkernen kann zu schweren Cyanidvergiftungen führen, da der Körper bei der Verarbeitung dieser Substanz nicht zwischen gesunden und kranken Zellen unterscheidet.
Was ist das Geheimnis ihrer Gesundheit?
Zwar erfreuten sich die Hunza traditionell ausgezeichneter Gesundheit, doch das Geheimnis liegt nicht in einer einzigen Wunderfrucht, sondern in einem Lebensstil, den wir heute fast vergessen haben:
Natürliche Kalorienreduktion: In ihrer rauen Umgebung ernähren sie sich ausschließlich von dem, was sie selbst anbauen, ohne Überfluss.
Ständige körperliche Aktivität: Die Landwirtschaft in steilem Gelände, Tausende von Metern über dem Meeresspiegel, stärkt das Herz-Kreislauf-System.
Keine verarbeiteten Lebensmittel: Kein raffinierter Zucker, keine Konservierungsstoffe und keine gehärteten Fette.
„Lebendiges“ Wasser: Sie trinken mineralreiches Gletscherwasser.
Ein wichtiger Hinweis: Die Geschichte von Frauen, die mit 65 Jahren Kinder gebären, ist eher Legende als belegt. Oft gab es in diesen abgelegenen Gemeinden keine Standesämter, was die Überprüfung ihres tatsächlichen Alters erschwerte.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Aprikosen sind außergewöhnliche Früchte, reich an Beta-Carotin (gut für Haut und Augen) und Kalium, aber kein Wundermittel. Sie sind zwar sehr gesund, aber man sollte sich nicht allein auf die Kerne verlassen!
Interessieren Sie sich für die tatsächlichen Risiken des Aprikosenkernverzehrs oder möchten Sie lieber mehr über andere Lebensmittel erfahren, die mit Langlebigkeit in Verbindung gebracht werden (z. B. aus den sogenannten „Blauen Zonen“)?