In Supermärkten eine wirklich hochwertige, ehrliche Tomatenpassata, Tomatenpüree oder passierte Tomaten zu erkennen, kann eine echte Herausforderung sein. Hersteller kaschieren die wässrige Mischung oft mit verlockenden Bildern der italienischen Landschaft.
Wenn Sie mit echten Tomaten kochen und überteuertes, gefärbtes Wasser vermeiden möchten, befolgen Sie einfach ein paar einfache Regeln.
- Lesen Sie die Zutatenliste (Weniger ist mehr)
Bei echten Tomatenprodukten gilt: Je kürzer die Zutatenliste, desto höher die Qualität.
Was Sie darin finden sollten: Nur Tomaten (oder Tomatensaft), Salz und maximal Zitronensäure (die als natürlicher Säureregulator dient).
Was Sie darin nicht finden sollten: Zucker, modifizierte Stärke, Verdickungsmittel (Xanthan, Guarkernmehl), Aromen oder Konservierungsstoffe. Wenn das Produkt Stärke benötigt, bedeutet das, dass es nur wenige Tomaten und viel Wasser enthielt, das angedickt werden musste.
- Vorsicht vor irreführenden Bezeichnungen! Nicht alles, was rot ist, ist Gold. Hersteller täuschen oft mit der Produktbezeichnung:
Tomatenpüree/Passata: Es sollte sich um reine, pürierte Tomaten ohne Kerne und Haut handeln.
Tomatenpüree: Konzentriertes Tomatenaroma. Achten Sie auf Bezeichnungen wie „doppelt konzentriert“ oder „dreifach konzentriert“.
Tomatensauce (Sugo): Diese kann bereits Kräuter und Öl enthalten, die Basis muss jedoch aus Tomaten bestehen, nicht aus Wasser und Zucker.
„Mit Tomatenaroma“: Sollten Sie auf diese Bezeichnung stoßen, stellen Sie das Produkt sofort zurück. Es handelt sich um einen chemischen Cocktail.
- Überprüfen Sie den Trockenmassegehalt. Bei Pürees ist der refraktometrische Trockenmassegehalt der wichtigste Indikator. Dieser Wert (in Prozent) gibt an, wie viel Tomatenmasse nach dem Verdampfen des Wassers tatsächlich im Produkt verbleibt.
Püreeart – Trockenmassegehalt – Was bedeutet das?
Einfach (15–20 %): Dünner, weniger konzentriert.
Doppelt (Doppio Concentrato, 28–30 %): Der Goldstandard. Dickflüssig, vollmundig.
Dreifach (Triplo Concentrato, 36 % und mehr): Extrem kräftig, schon eine kleine Menge genügt.
Tipp: Wenn Sie Passata in Glasflaschen kaufen, drehen Sie die Flasche einfach um. Echte, hochwertige Passata zieht sich langsam in die Haut und bildet einen dicken Film am Glas. Wenn sie sofort wie gefärbtes Wasser abläuft, lassen Sie sie einfach stehen.
- Die Verpackung verrät viel
Glas und Dosen geben Aufschluss: Passata sollte idealerweise in Glasflaschen abgefüllt sein (so können Sie Konsistenz und Farbe erkennen). Kaufen Sie gehackte und geschälte Tomaten in Dosen. Vermeiden Sie Plastikflaschen, da diese den Geschmack der Sauce verändern können. Herkunftsland: Italiener legen Wert auf ihre Tomaten. Achten Sie auf Abkürzungen wie DOP (geschützte Ursprungsbezeichnung) oder Produkte, die direkt in Italien hergestellt und verpackt werden (Regionen wie Parma oder Kampanien, Heimat der berühmten San-Marzano-Tomaten). Steht auf dem Etikett in kleiner Schrift „Hergestellt aus einer Mischung von EU- und Nicht-EU-Tomaten“, sollten Sie Abstand nehmen – es handelt sich oft um ein billiges Konzentrat aus China, das in Europa lediglich mit Wasser verdünnt wird. Haben Sie schon einmal eine Passata mit nach Hause gebracht, die sauer oder wässrig war und mit Unmengen von Zucker gerettet werden musste? Welche Marke im Supermarkt würden Sie meiden?