Der Juni ist ein entscheidender Monat für Gurken. Die Pflanzen blühen schnell, bilden die ersten Früchte und die Triebe schießen förmlich in die Höhe. In dieser Phase reicht normales Wasser nicht mehr aus – die Gurken benötigen die richtige Nährstoffversorgung, um die Früchte optimal zu entwickeln und ein Vergilben der Blätter zu verhindern.
Wenn Sie auf chemische Düngemittel verzichten möchten, gibt es einige bewährte Methoden, die das Wachstum anregen und eine reiche, nicht bittere Ernte garantieren.
- Brennnesselaufguss (Brennnesselbombe)
Im Juni sind Brennnesseln reich an Stickstoff, Kalium und Eisen – ein idealer Nährstoffmix für Gurken.
So geht’s: Füllen Sie einen Eimer mit gehackten Brennnesseln, bedecken Sie ihn mit Wasser und lassen Sie die Mischung etwa zwei Wochen lang gären (bis sie nicht mehr schäumt).
Anwendung: Die entstandene dunkle Hefe im Verhältnis 1:10 mit sauberem Wasser verdünnen und die Gurken alle 10–14 Tage bis zu den Wurzeln gießen.
- Hefe-Neustart für die Wurzeln
Hefe enthält B-Vitamine, Mineralstoffe und nützliche Pilze, die das Wurzelwachstum anregen und die Nährstoffaufnahme aus dem Boden verbessern.
Zubereitung: 1 Würfel frische Hefe (oder 1 Beutel Trockenhefe) mit einem Löffel Zucker in 1 Liter warmem Wasser auflösen. 2 Stunden an einem warmen Ort quellen lassen.
Anwendung: Dieses Konzentrat in 10 Litern Wasser verdünnen. Einmal monatlich als Dünger verwenden.
- Asche-Dünger (Kaliumdüngung für Früchte)
Sobald Gurken zu blühen beginnen und Früchte bilden, steigt ihr Bedarf an Kalium und Kalzium stark an. Bei Mangel verformen sich die Früchte (werden birnenförmig) und verfärben sich gelb.
So geht’s: 1 Tasse reine Holzasche (aus Vliesholz) in 10 Liter Wasser einrühren.
Anwendung: Alle zwei Wochen direkt an die Wurzeln gießen.
Drei goldene Regeln fürs Gießen im Juni:
Niemals die Blätter besprühen: Gurken sind sehr anfällig für Mehltau. Immer direkt an die Wurzeln gießen.
Vorsicht vor Temperaturschocks: Gurken lieben Wärme. Gießen mit eiskaltem Wasser direkt aus dem Brunnen oder dem Wasserhahn kann einen Schock auslösen, der zum Abfallen der Blüten und zum Bitterwerden der Früchte führt. Das Wasser immer in einem Fass in der Sonne stehen lassen.
Idealer Zeitpunkt: Früh morgens oder spät abends gießen, wenn die Sonne nicht so stark scheint und das Wasser nicht sofort verdunstet.
Tipp gegen Bitterkeit: Bitterkeit bei Gurken ist eine Stressreaktion – meist auf Trockenheit oder Gießen mit eiskaltem Wasser. Halten Sie die Erde um die Gurken herum leicht feucht (Mulchen mit Grasschnitt oder Stroh hilft), dann müssen Sie sich keine Sorgen um bittere Gurken machen.