**Die Honigglasameise – das lebende Reserve der Kolonie!

Das ist eines der faszinierendsten Naturwunder überhaupt! Im Deutschen kennt man diese Tiere meist unter dem Namen Honigtopfameisen (engl. honeypot ants).

Ihre Überlebensstrategie in extrem trockenen Regionen (wie den Wüsten Australiens, Mexikos oder Afrikas) ist absolut genial und bringt den Begriff „Vorratskammer“ auf ein völlig neues Level.

Wie das lebende Reservoir funktioniert

Wenn es nach den seltenen Regenfällen Nahrung im Überfluss gibt – wie zuckerhaltigen Honigtau von Blattläusen oder Pflanzensäfte –, beginnen die Arbeiterinnen mit der Einlagerung. Da es im Ameisenbau keine Fässer oder Waben wie bei Bienen gibt, opfern sich bestimmte Arbeiterinnen (die sogenannten Repleten) auf:

  1. Die Fütterung: Andere Ameisen würgen den gesammelten Nektar vor den Repleten wieder aus und füttern sie ununterbrochen.
  2. Die Dehnung: Der Kropf (Vormagen) dieser ausgewählten Ameisen schwillt extrem an. Die flexiblen Membranen ihres Hinterleibs (Abdomen) dehnen sich so stark aus, dass sie die Größe einer kleinen Weintraube annehmen können – prall gefüllt mit bernsteinfarbenem Zuckersaft.
  3. Das Lager: Die vollgefressenen Ameisen sind so schwer, dass sie sich kaum noch bewegen können. Sie klammern sich im tiefsten Inneren des Nestes an die Decke der Kammern und hängen dort monatelang wie lebende Kronleuchter.

Die Futterausgabe in der Dürrezeit

Bricht die Trockenzeit an und es gibt draußen keine Nahrung mehr, schlägt die Stunde der lebenden Reservoirs. Braucht eine Koloniekollegin Energie, klopft sie mit ihren Fühlern sanft an den Kopf der Honigtopfameise. Diese würgt daraufhin einen Tropfen des nahrhaften Safts hoch (ein Prozess namens Trophallaxis).

Schon gewusst? Für die Ureinwohner Australiens (die Aborigines) gelten die Honigtopfameisen seit jeher als süße Delikatesse. Sie graben vorsichtig nach den tiefen Kammern, um die Ameisen direkt als nahrhaften Snack zu genießen.

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