Für eine reiche und geschmackvolle Tomatenernte im eigenen Garten oder auf dem Balkon kommt es auf ein paar entscheidende Kniffe an. Tomaten sind zwar hungrige Sonnenanbeter, aber mit den richtigen Handgriffen belohnen sie dich mit Körben voller roter, saftiger Früchte.
Hier sind die 9 wichtigsten Regeln, die jeder Tomatengärtner im Kopf haben sollte:
1. Tief pflanzen für ein starkes Fundament
Tomaten haben die geniale Fähigkeit, entlang ihres gesamten Stängels Wurzeln zu bilden (sogenannte Adventivwurzeln). Setze die Jungpflanzen beim Auspflanzen so tief in die Erde, dass die unteren Blätter knapp über dem Boden sind (untere Blätter vorher abknipsen).
Der Effekt: Mehr Wurzeln bedeuten eine bessere Wasser- und Nährstoffaufnahme und eine extrem standfeste Pflanze.
2. Sonne ist der Treibstoff
Tomaten brauchen mindestens 6 bis 8 Stunden volle Sonne am Tag. Zu viel Schatten führt zu spargeligem Wuchs, weniger Blüten und wässrigen Früchten ohne Aroma. Der Zucker im Inneren der Tomate wird erst durch die Sonneneinstrahlung auf den Blättern gebildet.
3. Konsequent ausgeizen (Frucht vor Blättern)
In den Blattachseln bilden sich ständig neue Seitentriebe (Geiztriebe). Knipse diese regelmäßig im Miniformat mit den Fingern aus. Lässt du sie wachsen, steckt die Pflanze all ihre Energie in grünes Dschungel-Laub statt in die Reifung der Früchte.
(Ausnahme: Buschtomaten müssen nicht ausgeizt werden!)
4. Von unten gießen – niemals von oben
Tomaten hassen nasse Blätter. Feuchtigkeit auf dem Laub ist die Einladung Nummer eins für den gefürchteten Pilz der Kraut- und Braunfäule. Gieße immer direkt an die Basis auf die Erde. Ein Gießring oder ein eingegrabener Tontopf neben der Pflanze hilft, das Wasser gezielt an die Wurzeln zu leiten.
5. Gleichmäßig feucht halten, nicht ertränken
Tomaten reagieren allergisch auf ein ständiges Wechselbad aus staubtrocken und klatschnass. Wenn die Früchte nach einer Trockenphase plötzlich mit Wasser überschwemmt werden, dehnt sich das Innere schneller aus als die Haut – die Tomaten platzen auf.
6. Richtig füttern (Tomaten sind Starkzehrer)
Tomaten haben riesigen Hunger. Mische schon beim Pflanzen reichlich Kompost oder Hornspäne in die Erde. Sobald sich die ersten kleinen grünen Tomaten zeigen, braucht die Pflanze regelmäßig Nachschub. Nutze einen kaliumbetonten Bio-Tomatendünger oder selbstaufgesetzte Brennnesseljauche. Zu viel Stickstoff führt übrigens zu riesigen Blättern, aber kaum Früchten.
7. Der Luftzug schützt vor Pilzen
Pflanze Tomaten niemals zu dicht aneinander. Sie brauchen Platz, damit der Wind nach einem Regen durch die Reihen fegen kann. Je schneller die Blätter abtrocknen, desto geringer ist das Risiko für Krankheiten. Ein Pflanzabstand von mindestens 60 bis 80 cm ist ideal.
8. Frühzeitig stützen
Tomatenfrüchte werden schwer. Binde Stabtomaten frühzeitig an Spiralstäben, Holzpfählen oder Schnüren fest. Warte nicht, bis die Pflanze unter der Last der ersten Fruchtstände umknickt oder auf dem feuchten Boden liegt, wo Schnecken und Pilze lauern.
9. Mulchen hält den Boden fit
Decke die Erde rund um die Tomatenpflanze mit einer Schicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Laub ab. Diese Mulchschicht schützt den Boden vor dem Austrocknen, hält die Feuchtigkeit gleichmäßig und verhindert, dass beim Gießen Erde (und damit potenzielle Pilzsporen) an die unteren Blätter spritzt.