Aufsteigende Feuchtigkeit: die einfache und kostengünstige Heimwerker-Methode, um Wände dauerhaft zu sanieren.

Aufsteigende Feuchtigkeit entsteht, wenn das Kapillarsystem von Mauerwerk Feuchtigkeit aus dem Erdreich nach oben zieht – meist weil die originale Horizontalabdichtung alt oder beschädigt ist. Die effektivste, günstigste und von Heimwerkern selbst durchführbare Methode zur dauerhaften Sanierung ist die chemische Horizontalsperre mittels Injektionscreme (Sperrcreme auf Silan-/Siloxanbasis).

Im Vergleich zu teuren mechanischen Verfahren (wie dem Wandsägeverfahren) oder Hochdruckinjektionen benötigt diese Methode keine Spezialmaschinen.

Schritt-für-Schritt: Die Injektionscreme-Methode

1.Vorbereitung & Putz entfernen:Arbeitsschutz tragen (Staubmaske, Brille).

Schlagen Sie den durchfeuchteten und versalzenen Putz mindestens 80–100 cm über der sichtbaren Feuchtegrenze komplett ab. Reinigen Sie das Mauerwerk mit einer Drahtbürste von losem Material.

2.Bohrkanäle festlegen:

Zeichnen Sie etwa 10–15 cm über dem Bodenniveau (oder dem höchsten Erdreich-Anschluss) eine waagerechte Linie entlang der Lagerfuge (Mörtelfuge). Markieren Sie Bohrpunkte im Abstand von ca. 10 bis 12 cm.

3.Bohrlöcher setzen:

Bohren Sie mit einem 12-mm-Gesteinsbohrer waagerecht in die Mörtelfuge. Die Bohrtiefe sollte der Wandstärke minus 3–5 cm entsprechen (z. B. 27 cm Bohrtiefe bei einer 30 cm dicken Wand).

4.Bohrlöcher reinigen:Wichtiger Schritt für die Aufnahme der Creme.

Saugen oder blasen Sie den Bohrstaub gründlich aus allen Löchern aus. Verbliebener Staub verhindert, dass die Creme tief in das Gestein einzieht.

5.Injektionscreme einbringen:

Setzen Sie die Kartusche oder Schlauchbeutel-Pistole mit einer langen Auspresslanze ganz hinten im Bohrloch an. Spritzen Sie die Creme langsam ein und ziehen Sie die Lanze gleichmäßig zurück, bis das Loch vollständig gefüllt ist.

6.Löcher verschließen & Nachbehandlung:

Verschließen Sie die Bohrlöcher an der Oberfläche mit Schnellzement oder Sperrmörtel. Lassen Sie die Wand gründlich austrocknen (je nach Wandstärke mehrere Wochen bis Monate), bevor Sie einen atmungsaktiven Sanierputz auftragen.

Wie die Methode funktioniert

Die Creme verteilt sich über die Kapillaren im feuchten Mauerwerk und bildet eine durchgehende, wasserabweisende (hydrophobierende) Barriere. Der Kapillartransport wird gestoppt, ohne dass die Wand ihre Atmungsaktivität verliert.

Worauf Sie unbedingt achten müssen

  • Materialwahl: Verwenden Sie Wirkstoffe mit einem Silan-/Siloxangehalt von mindestens 80 % (z. B. verarbeitungsfertige Silancremes).
  • Ursachenprüfung: Stellen Sie vorab sicher, dass die Feuchtigkeit tatsächlich aus dem Boden aufsteigt und nicht durch undichte Regenrohre, fehlende Außenabdichtungen (Druckwasser) oder Kondensation (Schimmel durch falsches Lüften) verursacht wird. Bei drückendem Wasser hilft eine Injektionscreme alleine nicht.

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